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Dienstag, 28. November 2023

Kritische Betrachtungen zur Zusammenarbeit von Archäologen und Naturwissenschaftlern

 Roland Haubner

Technische Universität Wien

Abstract: Die Zusammenarbeit zwischen Archäologen und Naturwissenschaftlern dient nur als Beispiel, um auf die Kommunikationsschwierigkeiten zwischen unterschiedlichen Fachgebieten aufmerksam zu machen. Es wird der Umgang mit Daten erarbeitet, der in den Geisteswissenschaften oft anders gesehen wird als in den Naturwissenschaften. Archäologische Befunde sind unumstößlich wahr, aber naturwissenschaftliche Analysen sind immer mit Fehlern behaftet. Bei einer naturwissenschaftlichen Datenauswertung sind auch die entsprechenden Stoffdaten, sowie die geltenden Naturgesetze zu beachten. Werden naturwissenschaftliche Daten falsch ausgewertet, führt dies oft zu falschen narrativen Beschreibungen von Sachverhalten. Werden diese falschen Beschreibungen später als naturwissenschaftlich belegte Wahrheiten angesehen, so sind weitere Fehler vorprogrammiert.

Diese Problematik wird von der derzeitigen Publikationskultur noch verstärkt, wenn das Referee System versagt und falsche Ergebnisse publiziert werden.

Mittwoch, 9. Januar 2019

Wider die zahmen Worte

Zu Polemik, Peer-Review und Streit(un)kultur in der deutschsprachigen Archäologie

Abstract: Die wissenschaftliche Qualitätskontrolle von Manuskripten erfolgt heute häufig durch anonymes Peer-Review, d.h. die Begutachtung von eingereichten Texten durch externe ExpertInnen. Obgleich dieses System normalerweise gut funktioniert, kann es insbesondere bei gegen im Fach vorherrschende Meinungen oder Praktiken gerichteten Texten missbraucht werden. Eine in den Archäologischen Informationen erschienene Distanzierung der HerausgeberInnen dieser Fachzeitschrift zeigt, dass das Problem der versuchten Unterdrückung missliebiger wissenschaftlicher Meinungsäußerungen in der deutschsprachigen Archäologie teilweise erschreckende Ausmaße annimmt; bis hin zur versuchten Unterdrückung jedweder wissenschaftlichen Meinungsäußerung missliebiger KollegInnen.

Dies weist auf das Bestehen einer wissenschaftlichen Streitunkultur hin, in der die Veröffentlichung im klassischen Sinn polemischer Streitschriften selten zu sein scheint. Es scheint die klassische Polemik – d.h. die streitbar und kompromisslos geführte, wissenschaftlich-sachliche (oder sonstige) Auseinandersetzung – die für die wissenschaftliche Selbstkontrolle unumgänglich notwendig ist, durch missverstandene Gleichsetzung mit ihrem modernen Äquivalentbegriff – der insbesondere für scharfe, persönliche sprachliche An- und Untergriffe steht – als unzulässige Form der Argumentation abgetan zu werden; während unsachliche Polemiken gerade in Peer-Reviews zu unliebsamen Manuskripten die typische Form der Begründung negativer Gutachten zu sein scheint.

Dieser Beitrag setzt sich damit kritisch auseinander und macht Vorschläge zu einer Verbesserung einer offenen und öffentlichen, wissenschaftlichen Streitkultur und der Bekämpfung von schwerwiegendem wissenschaftlichen Fehlverhalten.